Das Archiv der Sudetendeutschen
Transportlisten der Vertreibung 1946
Das Sudetendeutsche Museum bietet seit August 2026 im Rahmen der Sonderausstellung zum Thema „Vertreibung 1946“ die Möglichkeit, in einer Medienstation in Digitalisaten von in der Tschechischen Republik überlieferten 1270 Transportlisten der Vertreibung des Jahres 1946 nach etwa einer Million Namen zu recherchieren. Das sind etwa 55-60 Prozent aller Transporte bzw. 80 Prozent aller Transporte in die US-Zone.
Grundlage ist der digitalisierte Bestand des Zentralen Militärarchivs in Prag. Die Transportlisten von in die sowjetische Besatzungszone sind hier nicht erfasst. Die namentliche Recherche ist in 643.000 Fällen möglich (Stand August 2026). Die Erfassung wird ergänzt. Etwa 120.000 Namen lassen sich wegen der Beschädigung der Listen durch das Hochwasser 2002 nicht in eine OCR-Erkennung überführen. Diese Transportlisten sowie der komplette digitalisierte Bestand sind aber als PDF-Dokumente einsehbar. Nach Beendigung der Sonderausstellung Anfang 2027 wird die Möglichkeit der Recherche im Rahmen der Dauerausstellung im Sudetendeutschen Museum gewährleistet.
Keine Listen liegen vor von sämtlichen Transporten in die SBZ (1946 etwa 800.000 Personen in mehr als 600 Transporten) sowie von Transporten im Rahmen der sogenannten „Wilden Vertreibung“ von 1945.
Die personalen Ressourcen und die zunehmenden Anfragen erlauben nur noch die Zusendung von Scans von einzelnen Waggons unter Angabe des genauen Transportdatums und Ortes. Recherchen, ob sich Personen auf einer Transportliste befinden, können wir nicht leisten! Diese müssen selbst oder von Bekannten / Verwandten vor Ort durchgeführt werden.
1. In der schriftlichen Anfrage ist für die statistischen Erfassung die vollständige Postanschrift des Absenders anzugeben.
2. Notwendig ist darüber hinaus die Angabe des Transportdatums, der Familiennamen, Vornamen, Alter und des letzten Wohnortes.
Einen sehr guten, aber nicht vollständigen Überblick über die Transporte 1946 liefert Wilhelm Jun (+):
https://www.sudetendeutsche-familienforscher.de/wp-content/uploads/2020/05/Verzeichnis_Vertreibungstransporte_1946_V9.pdf
Eine fast vollständige Listenüberlieferung befindet sich in den für die Abgangsorte zuständigen Bezirksarchiven! Die Anschriften der Bezirksarchive in der Tschechischen Republik finden Sie hier: https://cesarch.cz/archivnictvi/adresar-archivu/.
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an:
Dr. Raimund Paleczek
Sudetendeutsches Institut e.V. oder Sudetendeutsches Museum
Hochstraße 8, 81669 München
paleczek@sudetendeutsches-archiv.de oder raimund.paleczek@sudetendeutsche-stiftung.de