Das geplante Sudetendeutsche Museum  



Im Herzen Münchens nahe dem Kulturzentrum am Gasteig,
dem Haus des Deutschen Ostens
und dem deutschen Museum -
im Sudetendeutschen Haus -
entsteht das künftige
Sudetendeutsche Museum.

 

 
 

Innerhalb der vielfältigen deutschen Museumslandschaft sind in den vergangenen Jahren mehrere Landesmuseen entstanden, die sich dem kulturellen und geschichtlichen Erbe der historischen deutschen Siedlungsgebiete in der Mitte, im Osten und im Südosten Europas widmen. Dazu zählen das Schlesische Museum zu Görlitz, das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg, das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm, das Siebenbürgische Museum in Gundelsheim und das Pommersche Landesmuseum in Greifswald. Ein vergleichbares Sudetendeutsches Museum gibt es noch nicht, es soll aber nun in München verwirklicht werden. Der Auftrag zur Pflege und Erhaltung des kulturellen Erbes der Heimatvertriebenen besteht im Paragraph 96 des Bundesvertriebenengesetzes unverändert fort. Ein zentrales Sudetendeutsches Museum ist ein idealer Ort, um ihn zu verwirklichen. Es wird den Besuchern ermöglichen, historische Zusammenhänge nachzuvollziehen und zu verstehen, aber auch den deutsch-tschechischen Dialog bereichern.

Eine Dauerausstellung wird auf mehreren Ebenen einen Überblick über Geschichte und Kultur der Sudetendeutschen geben. Wechselausstellungen stellen ausgewählte Themen ausführlich dar. Museumspädagogische Angebote (Führungen, Wettbewerbe etc.) werden den Museumsbesuch für unterschiedliche Besuchergruppen, wie z.B. Schulklassen, noch attraktiver machen.

Sie dokumentiert die deutsche Besiedlung in den Ländern Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien. Sie spannt einen weiten historischen Bogen von der inneren Entwicklung dieser Gebiete bis zu den Nationalitätenkonflikten der Neuzeit.

Wirtschaft

Eine weitere Abteilung widmet sich den wirtschaftlichen Grundlagen des Lebens in den Sudetengebieten.Schon im Mittelalter gab es hier einen blühenden Bergbau, für den deutsche Fachleute ins Land gerufen worden waren. Der Großteil der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. Typische Erzeugnisse waren Hopfen, Wein und Mohn, aber auch Kartoffeln und Flachs. Karge Siedlungsgebiete begünstigten die Entstehung differenzierter Kleinhandwerke und die spätere Industrialisierung. Produkte der Textil-,
Glas- und Porzellanindustrie fanden weltweiten Absatz. Weltberühmt waren auch die Kurbäder wie Karlsbad, Marienbad und Franzensbad.

Kulturelles Erbe

Die Vielfalt der Volkskultur fand in jeder Heimatlandschaft ihre eigene Form. Prägend wirkten dabei unter anderem die ursprünglichen Herkunftsgebiete der Sudetendeutschen im Schlesischen, Obersächsischen, Ostfränkischen, Nord-und Mittelbairischen und der kulturelle Austausch mit den Nachbarn. Wichtige Ausstellungseinheiten widmen sich deshalb beispielsweise dem Wohnen, der Kleidung und dem Brauchtum.
Mundart und Volksmusik können auf Hörstationen abgerufen werden. Zum kulturellen Erbe der Sudetendeutschen gehört auch ein reiches künstlerisches, wissenschaftliches und politisches Schaffen.
Beispielhaft seien dafür genannt der Botaniker Gregor Mendel, der Vorkämpfer der Bauernbefreiung Hans Kudlich, der Dichter Adalbert Stifter, der Grafiker Alfred Kubin, die Trägerin des Friedensnobelpreises Bertha von Suttner oder der Autokonstrukteur Ferdinand Porsche. Gewürdigt werden auch die kulturellen Leistungen der Sudetendeutschen nach der Vertreibung.

Zeitgeschichte

Spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts überschatteten die sich zuspitzenden Nationalitätenkonflikte das Leben in Böhmen, Mähren und Schlesien.Diese Thematik mit ihren tragischen Entwicklungen bildet einen weiteren Schwerpunkt der Dauerausstellung: die schwierige Situation der Sudetendeutschen in der Tschechoslowakischen Republik, die Zeit des Nationalsozialismus, Krieg und schließlich Flucht und Vertreibung. Über 3 Millionen Sudetendeutsche fanden Aufnahme im zerstörten Nachkriegsdeutschland, in Österreich und in anderen Ländern. Trotz anfänglicher Probleme gelang die politische, wirtschaftliche und kulturelle Integration - eine Leistung der Vertriebenen und der Aufnahmeländer, die noch heute Vorbildcharakter hat..

   

Es ist höchste Zeit! 
 
 

Über 50 Jahre lang wurden Erinnerungsstücke der Vertriebenen mit großem Einsatz von Privatleuten und in Heimatstuben gesammelt. Der bevorstehende Generationenwechsel gefährdet diese verdienstvolle Leistung der Bewahrer sudetendeutschen Kulturgutes. Manches unersetzliche Stück fand sein trauriges Ende schon auf dem Flohmarkt oder gar im Wertstoffhof, weil sein historischer Wert nicht mehr erkannt wurde.

Retten wir diese wertvollen Objekte!
Jetzt können sie noch von Zeitzeugen in Gesprächen und Erzählungen ergänzt und gedeutet werden und zu einem aussagekräftigen Museum zusammengestellt werden. Das Sudetendeutsche Museum wird so dazu beitragen, daß die Geschichte und Kultur der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien nicht in Vergessenheit geraten.

   

Helfen Sie mit! 
 
 

Am Beginn eines neuen Jahrtausends rufen wir alle Mitbürger, Freunde und Landsleute auf, ein neues Gemeinschaftswerk zu beginnen. Helfen Sie mit Ihrer Spende, damit ein Werk entstehen kann, das in die Zukunft weist und zugleich die jahrhundertelange Geschichte und Leistung der Sudetendeutschen im Herzen Europas dokumentiert: das Sudetendeutsche Museum.

Spendenkonto
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Verwendungszweck „Museum".